Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin
 Universitätsmedizin Leipzig

Geschichte der Kinderpoliklinik

Geschichte der Kinderpoliklinik

  • 1812 Einrichtung einer medizinischen Ordination durch Friedrich August Benjamin Puchelt (1784- 1856) im Jakobshospital am Rosental (Abbildung 1)
  • Jakobshospital am Rosental
  • 1817 Erweiterung der Ordination - Gründung der ersten speziellen Behandlungsstätte für Kinder durch den Assistenten von Puchelt, Peter Ludwig Cerutti (1789 - 1858), ebenfalls im Jakobshospital
  • 1818 wird die Ordination als "Medizinisches Poliklinikum" bezeichnet.
  • 1824 Schließung der Kinderpoliklinik
  • 1830 Gründung einer "Beratungsanstalt für unbemittelte Personen, welche an leichten Verwundungen, Erfrierungen, Verbrennungen, Geschwüren und dergleichen leiden und nicht bettlägrig sind"; gilt als Gründungsjahr der Chirurgischen Poliklinik
  • 1834 Umzug der Medizinischen und der Chirurgischen Poliklinik in das Beguinenhaus (heute: Universitätsstraße 14)
  • 1853 Unterbringung beider Polikliniken in der aus der Trier'schen Stiftung hervorgegangenen Entbindungsanstalt im Grimmaischen Steinweg Private Poliklinik
  • 1855 Gründung einer Privaten Poliklinik für Kinder (Beratungsstunde für Kinder) im Rahmen der Gesamtpoliklinik im Grimmaischen Steinweg (Abbildung 2)

Plus Symbol Abb. 1: Jakobshospital am Rosental Abb. 2: Privaten Poliklinik für Kinder
  • 1860 Gründung einer zusätzlich für Bedürftige geschaffenen Distriktspoliklinik, in der Kinder und Erwachsene aus den Armenvierteln behandelt wurden, zunächst ebenfalls im Grimmaischen Steinweg.
  • 1872 Verlegung der Chirurgischen und Inneren Polikliniken einschließlich der pädiatrischen Sprechstunde in das Mittelpaulinum (Abbildung 3 - nach dem Umbau durch Albert Geutebrück /1800 - 1868/)
  • Auf dem Areal des Paulinums befinden sich heute die Hauptgebäude der Universität am Augustusplatz.
  • Die Gebäude im Paulinum wurden vor allem von der Theologischen, der Juristischen und der Philosophischen Fakultät genutzt. Von 1704 bis 1785 hatte auch das Anatomische Theater seinen Sitz im Mittelpaulinum.
    Die Medizinischen Einrichtungen siedelten sich mit der Eröffnung des neuen "Städtischen Krankenhauses zu St. Jakob" im Jahre 1871 an der Liebigstraße an.
  • 1888 erhielten auch alle poliklinischen Einrichtungen eine neue Heimstatt in einem gemeinsam mit dem Pharmakologischen Institut genutzten Neubau an der Ecke Liebigstraße / Nürnbergerstraße (Abbildung 4)
    Am 4. Dezember 1943 wurde dieses Gebäude vollständig zerstört.
  • 1947 wurden die Medizinische und die Chirurgische Poliklinik gemeinsam mit dem Institut für Pharmakologie in einem ehemaligen Messehaus in der Härtelstraße untergebracht.
  • Die Kinderpoliklinik erhielt ihre neue Heimat in dem allerdings im Zweiten Weltkrieg ebenfalls schwer zerstörten Gebäudekomplex der Kinderklinik in der Oststraße.

Abb. 3: Mittelpaulinum Plus Symbol Abb. 4: Neubau

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

  • 1948 - 1952 Provisorische Unterbringung auf Station 9
  • 1952 - 1953 Einrichtung des Ostflügels im Anschluß an den Wartesaal im Hörsaalgebäude mit vier Behandlungsräumen für die allgemein-pädiatrischen Sprechstunden und für HNO-, Augen- und Zahnbehandlungen. Im Untergeschoß befanden sich seit 1955 Räume für die Lehr-Mütterberatung und bis 1990 die EKG-Abteilung und die psychologische Beratung. Flachbau
  • 1953 Einrichtung des Flachbaus vor dem Hauptgebäude mit sechs kleinen Räumen für Kinder mit ansteckenden Krankheiten (sogenannte Isolierboxen), dem Kinderwagenraum und der stationären Aufnahme. (Abbildung 5)
  • 1993 - 1994 Gründliche Sanierung und Modernisierung des Flachbaus an der Oststraße, einschließlich neuer Fassadengestaltung. (Abbildung 6)
  • 1998 - 1999 Sanierung und Modernisierung der Räume für die Spezialsprechstunden und des Wartesaals im Sockelgeschoß des Ostflügels der Kinderklinik (zusammen mit der Kinderchirurgischen Poliklinik) (Abbildung 7)

Plus Symbol Abb. 5 Plus Symbol Abb. 6 Plus Symbol Abb. 7

Leitende Ärzte der Poliklinik Flachbau

  • 1951 - 1957 Dr. med. H.-C. Hempel
  • 1959 - 1966 Doz. Dr. med. habil. Herbert Polster (links)
  • 1967 - 1991 Prof. Dr. med. habil. Helmut Richter (Mitte, links)
  • 1991 - 1998 Prof. Dr. med. habil. Wolfgang Raue (Mitte, rechts)
  • seit 1999 Prof. Dr. med. habil. Volker Schuster (rechts)

Plus Symbol Plus Symbol Plus Symbol Plus Symbol

Spezialsprechstunden der Poliklinik

  • Lues connata, Kinder luetischer Mütter - seit 1952
  • Frühgeborenennachsorge - seit 1953
  • Psychologische Sprechstunden 1955 - 1990
  • Anfallsleiden, Neuromuskuläre Erkrankungen - seit 1956
  • Rheumatologie / Immunologie - seit 1956
  • Diabetes mellitus - seit 1958
  • Angeborene Herzfehler 1956 - 1994
  • Pulmologie /Allergologie - seit 1966
  • Hämatologie / Onkologie /Gerinnung - seit 1966
  • Nephrologie - seit 1968
  • Endokrinologie - seit 1971
  • Pubertätsstörungen / Intersexualität - seit 1971
  • Gastroenterologie - seit 1971
  • Phenylketonurie / Mukoviszidose - seit 1974
  • andere angeborene Stoffwechselstörungen - seit 1980
  • Impfsprechstunde - seit 1991
  • Wachstumsstörungen (Duales System / Cresc Net) - seit 1994
  • Umweltsprechstunde - seit 1998
  • Adipositas - seit 1998
  • Sprechstunde für Schreikinder - seit 2001

Leitende Schwestern der Poliklinik

1952 - 1957 Elfriede Lenz; 1957 - 1970 Meta Braunert; seit 1971 Bärbel Wiemert
Die Poliklinik der Universitätskinderklinik war lange Zeit eine kinderärztliche Versorgungseinrichtung der Stadt Leipzig und ihrer Umgebung. Vorwiegend wurden allgemeinärztliche Sprechstunden abgehalten und bis 1964 auch Hausbesuche durchgeführt.

Plus Symbol Dementsprechend hoch lagen die Konsultationszahlen, für die ab 1962 verlässliche Werte vorliegen (Grafik).
In ihnen sind auch die Konsultationszahlen des kinderärztlichen Notdienstes enthalten, die seit 1990 bei 5000 - 6000 Konsultationen/Jahr liegen. Mit der Verbesserung der kinderärztlichen Versorgung im Einzugsbereich gingen die Zahlen zurück.

Seit Mitte der 60er Jahre wurden zunehmend mehr Spezialsprechstunden etabliert (Tabelle). Seit 1964 werden in ihnen und in der allgemeinen pädiatrischen Sprechstunde Patienten ausschließlich nach Überweisung durch niedergelassene Kinderärzte betreut.

Der Inhalt (Text und Bild) dieser Seite sind Auszüge aus Postern (demnächst als Buch erhältlich) anläßlich der 110-Jahr-Feier der Kinderklinik (Dez. 2001).
Text und Gestaltung der Poster: Cornelia Becker (Medizinische Fakultät / Dokumentation - Öffentlichkeitsarbeit)

 
Letzte Änderung: 27.02.2014, 13:47 Uhr
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