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Kinderheilkunde an der Universität Leipzig

Historischer Abriss
Begründer der Kinderheilkunde in Leipzig - Otto Heubner (1843 - 1926)
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Aktueller Download: Die Habilitationsschriften der Universitätskinderklinik Leipzig seit ihrer Gründung – ein Spiegel der wissenschaftlichen und klinischen Aktivitäten

Historischer Abriss

1Am 6.12.1891 wurde nach einer relativ kurzen Bauzeit von 25 Monaten die Kinderklinik Leipzig eröffnet. Der erste Direktor und zugleich Gründer der damals größten Kinderklinik Deutschlands war Otto Heubner. Mit seinem Lehrbuch der Kinderheilkunde (1.Auflage 1905) begründete er die erste Schule der Pädiatrie in Deutschland.
Nachfolger wurde Otto Soltmann (1894-1912). Er förderte den Ausbau der Klinik einschließlich eines OP-Saales. 1908 wurde durch seine Initiative die Sächsisch-Thüringische Gesellschaft für Kinderheilkunde gegründet.

Nach dem Tode von Otto Soltmann wurde Martin Thiemich, der sich bei Czerny in Breslau habilitierte, nach Leipzig berufen. Als besondere Leistung Thiemichs gilt die Gründung einer Kinderpflegerinnenschule (1914) an der Klinik.

Für die Kinderheilkunde in Deutschland bedeutungsvoll war die 31. Versammlung der Gesellschaft für Kinderheilkunde (Kriegstagung), die im Hörsaal der Leipziger Kinderklinik stattfand. Arthur Schloßmann legte mit seiner Rede "Kinderkrankheiten und Krieg" die Grundlage für eine Petition, der der wesentliche Anstoß für die Gründung von Lehrstühlen für Kinderheilkunde an 14 von 19 deutschen Universitäten zugeschrieben wird.

Mit Georg Bessau (1884-1944) wurde 1922 eine weitere hervorragende Persönlichkeit nach Leipzig berufen. Forschungen zur Ernährung von Säuglingen bei Durchfallerkrankungen sowie mikrobiologische und immunologische Arbeiten ließen die Leipziger Klinik über die Grenzen hinaus hohe Anerkennung finden.

Nach dem Machtantritt des Faschismus wurde Werner Catel nach Leipzig berufen. Wissenschaftliche Begabung und Publikationen, wie die "Differentialdiagnostische Symptomatologie von Krankheiten des Kindesalters", ändern nichts an der Tatsache, daß unter Catel die lebensverachtende Ideologie des Faschismus auch an der Leipziger Klinik nicht vorüberging. 1946 verließ Catel Leipzig.

Der Krieg hinterließ schwere Schäden. Im Dezember 1943 wurden wesentliche Teile der Klinik während eines Bombenangriffs zerstört. Sechs Kinder und drei Schwestern fanden den Tod. Wesentliche Funktionsteile der Klinik wurden ausgelagert.

In der Nachkriegszeit erhöhte sich die Bettenkapazität auf 400. Vor allem Kinder mit Durchfallerkrankungen und Infektionen, besonders mit Tuberkulose mußten aufgenommen und behandelt werden.

1948 wurde Albrecht Peiper nach Leipzig berufen. Frühgeborenenprobleme und die Kinderneurologie bildeten unter ihm die wissenschaftlichen Schwerpunkte. Peiper baute das Frühgeborenenhaus als Basis der Betreuung und Forschung und wurde somit zum Begründer der wissenschaftlichen Neonatologie in Leipzig. Außerdem gilt seine "Chronik der Kinderheilkunde" noch immer als pädiatrisch-historisches Standardwerk. Unter Peiper bildeten sich die ersten speziellen Arbeitsschwerpunkte der Klinik heraus. Diese Differenzierung wurde von Joseph Dickhoff (1958-1960) und von Siegfried Liebe (1961-1973) fortgeführt.

Am 1. Juni 1973 erfolgte die Berufung von Wolfgang Braun an die Universitätskinderklinik Leipzig. In seiner langen Amtsperiode von 24 Jahren führte er 17 Mitarbeiter zur Habilitation. Außerdem war er Autor bzw. Herausgeber eines Studenten- sowie eines Facharztlehrbuches. Unter seiner Leitung wurde die Spezialisierung des Fachgebietes in ambulanten und stationären Sektor fortgeführt.

Am 1. Januar 1998 erhielt Wieland Kiess aus Gießen den Ruf als Lehrstuhlinhaber für das Fachgebiet Kinderheilkunde nach Leipzig.
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Letzte Änderung: 04.10.2007 | Autor: Martin Neef
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